Landesbetrieb Straßenwesen

Alleen und Straßenbegleitgrün

Das Straßennetz des Landes Brandenburg hat eine Länge von 6.356 km an Bundes- und Landesstraßen außerorts. Davon werden 71 %, das sind 4.507 km, von Gehölzen gesäumt.
Diese Gehölze, das sogenannte Straßenbegleitgrün, insbesondere die Alleen und Baumreihen, prägen das Erscheinungsbild der Brandenburger Landschaften zwischen den Wald und Seengebieten. Zur Gesamtheit dieser Gehölze zählen ferner Einzelbäume und Feldgehölze. Wobei letztere einzelne Baumgruppen, Hecken und Büsche in unterschiedlichen Variationen wie bspw. Windschutzstreifen umfassen.

Die folgende Darstellung veranschaulicht, dass die Alleen mit 2.287 km sowie einseitigen Baumreihen mit 839 km, einen großten Teil des Brandenburger Bundes- und Landesstraßennetzes außerhalb der Ortschaften einnehmen (Stand 11/2014). Der Bestand des Straßenbegleitgrüns wird alle 5 Jahre aktualisiert. Die letzte Aufnahme vor Ort fand 2014 statt.

Das Land Brandenburg verfügt hiermit bundesweit über den in seiner Dimension und Ausprägung wertvollsten Alleenbestand an öffentlichen Straßen, insbesondere an Bundes- und Landesstraßen. Die Alleen entspringen einer historischen Tradition und besitzen neben dem kulturhistorischen sowie landschaftlichen und ökologischen Wert auch eine Bedeutung für die verkehrlichen Aspekte. Es ist erklärtes politisch und gesetzlich verankertes Ziel, den Alleenreichtum entsprechend dieser Bedeutung in Brandenburg zu erhalten.

Für die Jahre 2005 - 2007 bestand die Zielstellung für den Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, insgesamt 5.000 Alleebäume jährlich zu pflanzen. Diese konnte nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen werden.
Mit der Alleenkonzeption der Landesregierung des Landes Brandenburg (Kabinettbeschluss 18.09.07, DS des Landtags 4/5133) wurde die Pflanzverpflichtung zugunsten einer festgesetzten Alleenlänge reformiert, losgelöst von der jährlichen Anzahl der zu fällenden Alleebäume. Dies ist erforderlich, um eine ausgeglichene Altersstruktur des jetzt überalterten Alleebaumbestandes (ca. 70 % sind > 80 Jahre alt) zu erreichen und so die damit verbundenen Probleme nicht auf die nächste Generation zu übertragen.

Mit der Evaluierung der Alleenkonzeption (Januar 2015, Bericht der Landesregierung DS 5/8468, 04.02.2014) wurde diese Vorgehensweise bestätigt.
Die Pflanzung von jährlich ca. 30 km Alleen an Bundes- und Landesstraßen außerorts stellt eine große Herausforderung für den Landesbetrieb dar und erfordert eine systematische Herangehensweise.

ältere Neupflanzung zwischen Ruhlsdorf und der B 168

Zur Standortfindung für die weitere Planung wurden vom Landesbetrieb zum einen potentielle Pflanzstandorte ermittelt. Zum anderen wurde im Jahr 2008 mit der mittelfristigen Planung begonnen, d. h. es werden Standorte für Alleebaumpflanzungen für jeweils 3 Jahre im Voraus in die Planung aufgenommen.
Hindernisse für die Neupflanzungen von Alleen ergeben sich u. a. durch die Anforderungen der Verkehrssicherheit. Der Pflanzbestand zum befestigten Fahrbahnrand beträgt für Neupflanzungen in der regel 4,5 m. 1,5 bis 2,0 m hinter dem Baum sind zusätzlich notwendig, um Raum für eine ungestörte Entwicklung zu geben und die Konflikte mit angrenzenden Nutzungen (zumeist Landwirtschaft) zu mindern.
Der zusätzliche Grunderwerb lässt sich schwer umsetzen. Eigentümer und Pächter sind oft nicht bereit, Land für Baumpflanzungen abzugeben.
Ebenfalls verhindern vorhandene Leitungsbestände im Pflanzstreifen die Etablierung von Alleen.

Um den dauerhaften Erhalt von Alleen sicher zu stellen, wurde u. a. ein Gutachten zur Qualitätssicherung von neu gepflanzten Straßenbäumen an Bundes- und Landesstraßen im Land Brandenburg erstellt. Die Erkenntnisse fließen unmittelbar in den Umsetzungsprozess der Alleenkonzeption ein. Neben der Zustandserfassung und -bewertung von Neupflanzungen sowie älteren Neupflanzungen wurde ein Pflegeprogramm für heranwachsende Bäume mit Angaben zu Pflegearbeiten und entsprechenden Terminintervallen entworfen.
Im Sinne des Alleenerhalts erfolgt eine Kooperation mit Landkreisen und anderen Dritten, die sich ebenfalls für die Thematik einsetzen.

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