Tank- und Rastanlage Freienhufener Eck-West an der A 13

Foto: Thomas Mattuschka

Die unmittelbar an die noch immer bestehende Autobahnmeisterei „Freienhufen“ an der A 13 angrenzenden Tank- und Rastanlagen „Freienhufen“ entsprachen schon eher den damals gefassten Richtlinien für die Planung und den Bau von Rastanlagen an den Autobahnen von 1941, als dies Rasthäuser, wie „Finowfurt“ oder „Fürstenwalde“ vermochten. Diese Richtlinien sahen zwei grundsätzliche Typenentwürfe vor, deren Tankstelle und Rasthaus entweder zu einem Baukörper vereinigt waren oder getrennt ausgeführt wurden. Während inzwischen an beiden Richtungsfahrbahnen jeweilige Tankstellen zum Standard neuer Anlagen gehörte, wurde ein Rasthaus nur an einer Seite der Autobahn errichtet. Die Gäste sollten die andere Seite über Tunnel erreichen. „Um das Begehen der unterirdischen Tunnel noch attraktiver zu machen, war vorgesehen, sie für Ausstellungszwecke zu nutzen: Beleuchtete Vitrinen mit Erzeugnissen des regionalen Handwerks, Streckenmodelle der Autobahnen, Modelle von Brücken und Autobahnkreuzen wie auch Informationen über Baustellen und Wetterverhältnisse waren hier vorgesehen.“ (aus: „Die Autobahnen und ihre Rastanlagen“ von Ralph Johannes und Gerhard Wölki, Michael Imhof Verlag). Offensichtlich hielt man einen solchen Fußgängertunnel beim Bau des Rasthauses „Freienhufen“ denn doch für zu aufwendig, jedenfalls gab es einen solchen Tunnel dort nie. Zu DDR-Zeiten stieg aber auf der damaligen A 4 (Berlin-Dresden) der Verkehr auch schon so stark an, dass eine Fußgängerbrücke errichtet wurde und der Mittelstreifen einen Zaun erhielt um ein Überqueren der Fahrbahnen durch Fußgänger zu unterbinden.

In der bereits oben erwähnten „Strategischen Konzeption der Autobahn bis 1990 und darüber hinaus“ des Autobahnaufsichtsamtes der DDR von 1981 hieß es zum „Servicekomplex Freienhufen“: „Der Verkehrswert des Servicekompexes ist sehr gering, da keine Parallelfahrbahnen vorhanden und der bauliche Zustand der Parkplätze sehr schlecht ist. Die Tankstellen stehen verkehrstechnisch sehr schlecht und behindern den Verkehrsablauf auf beiden Seiten. Da ausreichende Stauräume fehlen, ist in der Reisesaison der Rückstau wartender Fahrzeuge auf den Fahrbahnen erheblich. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde daher auf den beiden Richtungsfahrbahnen jeweils eine Fahrspur für den Durchgangsverkehr gesperrt. Diese Maßnahme bedeutet aber gleichzeitig eine Behinderung für diesen Verkehr. Als verkehrstechnischer Vorteil dieses Standortes ist die Nutzbarkeit einer Fußgängerbrücke zu werten.“ Und weiter heißt es dann in der selben Konzeption: „Zu Lasten des VEB Kombinat Minol ist die Tankstelle Ostseite auf neuen Standort zu verlegen und die Tankstelle Westseite umzubauen. Besser jedoch ist auch hier eine Verlegung auf neuen Standort.“

Das wurde dann später, Mitte der 1990er Jahre so gemacht. Heute stehen beide Tank- und Rastanlagen mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen „Freienhufener Eck“ ein Stück weit südlich des ursprünglichen Standortes und können sich in einem Wettbewerb mit 25 anderen Tank- und Rastanlagen mit einem respektablen 8. Platz denn auch wirklich sehen lassen. Auch hierzu einige fotografische Impressionen nachfolgend. Neu bei den Planungen war, dass die relativ hohe Anzahl an zu schaffenden Pkw-Parkplätzen mittels Führung in einer Rotunde recht kompakt vorgenommen wurde, woran sich die Verkehrsteilnehmer allerdings erst gewöhnen müssen.

(Thomas Kuss)

Foto: Thomas Mattuschka

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