Wiedervernetzung

Die bestehende Verkehrsinfrastruktur und die steigende Verkehrsdichte zerschneiden traditionelle Wanderkorridore von Tieren. Um der Verinselung und der qualitativen Verschlechterung von Lebensräumen entgegenzuwirken, hat das Bundeskabinett im Februar 2012 das „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ als Investitionsprogramm beschlossen.

Für Brandenburg ist in dem Programm der Bau von 9 Querungshilfen - Grünbrücken - (GB) vorgesehen.
Folgende Grünbrücken (GB) wurden bislang durch den Landesbetrieb Straßenwesen an Bundesautobahnen (A) errichtet:

  • A 9 GB bei Niemegk,    km 32,851    Baujahr 2011
  • A 13 GB bei Teupitz/Tornow    km 24,800    Baujahr 2011
  • A 12 GB Kersdorf bei Briesen    km 39,849    Baujahr 2012
  • A 11 GB bei Melzow    km 71,425    Baujahr 2014

Neues Fenster: Bild vergrößern


Derzeit im Bau:

  • A 9 GB bei Beelitz

Neues Fenster: Bild vergrößern


Geplant:

  • A 2 GB bei Wenzlow (südlich)

Im Jahr 2005 wurde in Brandenburg an der A 11 Schorfheide-Chorin die erste Grünbrücke gebaut, die die fast 70 Jahre lang getrennten Habitate wieder miteinander verknüpft. Weitere größere Querungshilfen, wie Grün- und Faunabrücken sowie Unterführungen wurden im Zuge von Baumaßnahmen gebaut (z. B. an der A 14, B 101, B 112) oder befinden sich in Planung (z. B. an der B 168, B 97, B 102n).

Monitoring

Für die 4 zuletzt gebauten Grünbrücken zur Wiedervernetzung wird ein Monitoring durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE), Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft, durchgeführt. Für die Dauer von 10 Jahren erfolgt eine permanente Videoüberwachung mit Infrarotkamera von Groß- und Mittelsäugern. Gleiches fand für die GB an der A 11 Schorfheide-Chorin statt.
Mittels des Monitoring wird die Funktionsfähigkeit der Grünbrücken nachgewiesen.

Für das Monitoring der 3 Grünbrücken aus dem Konjunkturpaket II (A 9 GB bei Niemegk/A 13 GB bei Teupitz/Tornow und A 12 GB Kersdorf bei Briesen) ist das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft zuständig.
Der Auftraggeber für das Monitoring A 11 GB bei Melzow ist der Landesbetrieb Straßenwesen. Hier liegt der 1. Bericht vor: LFE 1 - Zwischenbericht 2017 Grünbrücke Melzow

Alle Grünbrücken werden gut von Wildtieren angenommen. Es konnten bislang Elch-, Rot-, Dam-Schwarz und Rehwild sowie Feldhase, Rotfuchs, Dachs, Waschbär, Marder, Marderhund, Wolf, Hauskatze und Nutria nachgewiesen werden. Weiterhin nutzen Kranich, Krähe, Storch, Bussard sowie verschiedene Singvögel die Bauwerke als Nahrungshabitat.

Downloads