Arten der Lärmschutzmaßnahmen

Bei der Verminderung des Lärms wird zwischen aktiven und passiven Maßnahmen unterschieden. Zu den aktiven Lärmschutzmaßnahmen an den Verkehrswegen gehören:

  • eine lärmmindernde Linienführung (siedlungsferne Straßenführung)
  • lärmmindernde Straßendeckschichten
  • Lärmschutzwälle und -wände
  • Einschnitts- und Troglagen
  • Teil- und Vollabdeckungen (Tunnel)

Passive Lärmschutzmaßnahmen sind schalltechnische Verbesserungen
an Gebäuden:

  • Lärmschutzfenster und -türen
  • Dämmung der Außenwände und Dächer
  • Einbau von schallgedämmten Wandlüftern

Da Lärmmessungen an Verkehrswegen starken zeitlichen Schwankungen infolge von wechselnden Verkehrsbelastungen und Witterungseinflüssen unterliegen (Sommer, Winter, Wochenende, Ferienzeiten usw.), müssten sie über einen sehr langen Zeitraum erfolgen. Die zukünftige Verkehrsentwicklung kann dabei jedoch nicht erfasst werden.

Die 16. BImSchV schreibt daher im § 3 vor, dass der Beurteilungspegel zu berechnen ist. Die Rechenverfahren sind so konzipiert, dass in nahezu allen Fällen die Ergebnisse der Messungen unter denen der Berechnungen liegen. Einflüsse auf die Berechnung haben:

  • die Verkehrsstärke (Durchschnittliche Tägliche Verkehrsstärke – DTV)
  • die Verkehrsprognosezahlen (DTV)
  • die Verkehrszusammensetzung (LKW- und PKW-Anteile in %)
  • die zulässige Höchstgeschwindigkeit
  • die Straßenoberfläche
  • die Längsneigung der Straße
  • die Hauptwindrichtung

Bei der Feststellung von Überschreitungen der Immissionsgrenz- bzw. Auslösewerte geht laut Gesetz in die Berechnung des Beurteilungspegels der Verkehr der neuen oder auszubauenden Straße ein.
Die Geräuschbelastung von benachbarten Verkehrswegen bleibt bei der Berechnung des Beurteilungspegels unberücksichtigt. Das gleiche gilt auch für die Feststellung der Anspruchsvoraussetzung bei der Lärmsanierung.

Anspruch auf Erstattung von notwendigen, tatsächlich entstandenen Aufwendungen für Lärmschutzmaßnahmen haben ausschließlich die Wohnungs- und/oder Hauseigentümer. Mieter sind nicht anspruchsberechtigt.

Die Erstattung erfolgt erst nach Durchführung der Lärmschutzmaßnahmen auf der Grundlage der zwischen dem Eigentümer und der Straßenbauverwaltung abgeschlossenen Vereinbarung.

Erstattet werden nur die Kosten für Lärmschutzmaßnahmen, die die vorhandene Schalldämmung eines vorhandenen Gebäudes verbessern. Ist das vorhandene Bauschalldämmmaß ausreichend oder sogar größer als erforderlich, entfällt der Anspruch.

Für die Beeinträchtigung der Außenwohnbereiche (Terrassen, Balkone), die weder durch Maßnahmen am Verkehrsweg noch durch Maßnahmen auf dem betroffenen Grundstück selbst mit vertretbarem Aufwand ausreichend geschützt werden können, besteht für den Eigentümer die Möglichkeit, eine einmalige Entschädigung auf Antrag zu erhalten.

Letzte Aktualisierung: 10.06.2013

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