10.09.2009Leiser Straßenverkehr als Forschungsziel

Information des Landesbetriebs Straßenwesen zum Thema:

Leiser Straßenverkehr als Forschungsziel

Verkehrslärm wird von der Bevölkerung zunehmend als gravierende Einschränkung der Lebensqualität empfunden und ist zu einer zentralen Akzeptanzfrage für die Verkehrsentwicklung geworden.

Dabei ist unbestritten, dass der Ausbau einer modernen Verkehrsinfrastruktur und mit ihr wachsende Verkehrsströme Mobilität und Wohlstand fördern. Ziel des Forschungsverbundes „ Leiser Straßenverkehr" ist es, Lösungskonzepte für eine nachhaltige Minderung des Verkehrslärms bereits bei seiner Entstehung zu entwickeln.

Im ersten Projekt, „Leiser Straßenverkehr 1", wurden zunächst die Ursachen der Lärmentstehung erforscht, um die Grundlagen zu liefern für das darauf aufbauende Projekt „Leiser Straßenverkehr 2". Hierbei entstanden die Erkenntnisse über die Verminderung von Emissionen der an der Lärmentstehung beteiligten Komponenten Fahrzeug/Reifen und Fahrbahnoberfläche.

Inzwischen läuft das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Forschungsprojekt „Leiser Straßenverkehr 2" seit drei Jahren, insgesamt sind darin 11 Partner aus Industrie, Universitäten und Straßenbauverwaltung involviert. Der Bau der Erprobungsstrecken wird aus Baumitteln finanziert. Auf diese Weise unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das Projekt „Leiser Straßenverkehr 2". Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat die Aufgabe des Projektmanagements übernommen. Das Projekt soll Ende 2009 abgeschlossen werden.

Insgesamt werden vier Ziele verfolgt, um den Verkehrslärm an der Quelle zu reduzieren:

  • Optimierung von Lkw-Reifen hinsichtlich der Geräuschemission,
  • Entwicklung eines Simulationstools für die Reifenoptimierung, 
  • Integrale Verbesserung offenporiger Asphalte und Optimierung von Standardbelägen,
  • Akustische Optimierung von Lamellen-Fahrbahnübergängen für lange Brücken.

Schwerpunkt des Teilprojektes Leise Straßen ist die Verbesserung von offenporigen Asphaltdeckschichten. Offenporige Asphalte (OPA) stellen eine sehr wirksame Maßnahme dar, das Reifen-Fahrbahn-Geräusch direkt am Ort der Entstehung zu reduzieren. Durch den Einsatz von Polymer-Nanotechnologie zur Modifizierung der Hohlraumwandungen soll die Schmutzanhaftung verhindert, die Entwässerungsfähigkeit verbessert und die Reinigungskraft erhöht werden. Darüber hinaus ist es gelungen, die akustische Wirksamkeit durch den Einsatz von speziell entwickelten Resonatoren zu verbessern.

Mit Unterstützung des Landes Brandenburg werden nun die Ergebnisse in die Praxis umgesetzt.
Zur Erprobung der optimierten bzw. neu konzipierten Fahrbahnbeläge wird im Rahmen einer Erneuerungsmaßnahme auf der A 24 eine Erprobungsstrecke zwischen der AS Neuruppin und AS Neuruppin Süd gebaut. Die Strecke befindet sich seit Anfang Mai 2009 im Bau und wird bis Mitte Oktober fertig sein.

In 16 Testfeldern wird

  • ein- und zweischichtiger OPA mit Beschichtung, mit modifizierter Mischgutrezeptur und mit Resonatoren
  • ein- und zweischichtiger OPA mit verschiedenen Abdichtungen zwischen Deckschicht und unteren Schichten  
  • lärmarmer Splittmastixasphalt mit verschiedenen Bindemitteln, u. a. gummimodifiziertes Bindemittel (aus Altgummi)

getestet. Die Realisierung des Vorhabens wird durch die Bundesanstalt für Straßenwesen betreut. Ein mehrjähriges Messprogramm beinhaltet u. a. die Messung der Lärmimmissionen.

Im Rahmen des Teilprojektes „Leise Straße" sollen auch Fahrbahnübergangskonstruktionen hinsichtlich einer möglichen Lärmreduzierung untersucht werden. Dabei werden neue Dämpfungsmaterialien erprobt und neue Oberflächen für Fahrbahnübergänge entwickelt.

In diesem Zusammenhang wird im Zuge der A 10, Havelbrücke bei Werder (Töplitz) ein lärmtechnisch verbesserter Fahrbahnübergang erprobt. Der Einbau ist im Juni 2009 erfolgt.

 

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