08.01.2010Grüne Markierungen für mehr Sicherheit

Grünmarkierung für mehr Sicherheit an der B 169

 

B 169 Ortsumgehung Drebkau:

Die Ortsumgehung Drebkau als Teilstrecke der Bundesstrasse B 169 wird mit ihrer Verkehrsfreigabe Bestandteil eines bundesweiten Modellprojektes zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Landstraßen. In diesem Zusammenhang erhält sie eine neuartige Markierung.

Mit Sorge beobachten Verkehrsexperten die Unfallentwicklung auf Landstraßen. Obwohl die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland im Jahr 2008 mit 4.467 Todesopfern ihren bislang niedrigsten Wert erreichte, sterben davon etwa zwei Drittel bei Unfällen auf Landstraßen, meist durch Abkommen von der Fahrbahn oder bei Überholgängen.

Ursachen hierfür sind vorwiegend nicht angepasste Geschwindigkeiten oder Fehleinschätzungen von Abstand und Geschwindigkeit der entgegenkommenden Fahrzeuge bei Überholvorgängen.

Um diesen Ursachen entgegenzuwirken und die Verkehrssicherheit auf Landstraßen nachhaltig zu erhöhen, werden derzeit neue Planungsrichtlinien erarbeitet.

Landstraßen werden danach künftig nach 4 Typen unterschieden (Entwurfsklassen 1 - 4) Durch eine stärkere Standardisierung der Entwurfselemente (z.B. Querschnitt, Knotenpunkte) sollen sich die Straßenräume in den Entwurfsklassen deutlich voneinander unterscheiden und damit für die Kraftfahrer „wieder erkennbar" werden.
Es wird erwartet, dass sich dadurch ein beabsichtigtes sicheres Fahrverhalten (Geschwindigkeiten, Überholungen) bei den Kraftfahrern einstellt.

Die B 169 in Brandenburg ist in die Entwurfsklasse 1 (EKL 1) eingestuft worden. Diese Straßen erhalten in der Regel einen so genannten "2+1-Querschnitt" mit insgesamt drei Fahrstreifen, von denen der mittlere abwechselnd der einen, dann der anderen Fahrtrichtung als Überholfahrstreifen dient. Damit wird das sichere Überholen ohne die Mitnutzung des Gegenverkehrsfahrstreifens gewährleistet.

Zur wirksamen und sicheren Abgrenzung vom Gegenverkehr sowie für die Wiedererkennbarkeit dieses Straßentyps werden die Fahrtrichtungen durch einen 0,75 m bis 1,0 m breiten, „verkehrstechnischen" Mittelstreifen voneinander getrennt. Um die Auffälligkeit dieses Streifens zu erhöhen, wird er zwischen den weißen Fahrbahnbegrenzungslinien zusätzlich noch grün eingefärbt.
Weitere Versuchsstrecken dieser Art gibt es in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden Württemberg und im Saarland.

Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und mit der Mitwirkung der Straßenverwaltungen der beteiligten Neuartige Markierung für Landstraßen mit großräumiger Bedeutung (EKL 1)

Bundesländer begleitet der Lehrstuhl für Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen der Technischen Universität Dresden das Projekt durch verkehrstechnische Messungen und weitere Untersuchungen. Dabei sind insbesondere der Einfluss auf die Verkehrssicherheit und die Akzeptanz durch die Verkehrsteilnehmer, aber auch die Kosten und die Dauerhaftigkeit der Markierung zu untersuchen.

Es ist vorgesehen, dass weitere, bereits neu gebaute Abschnitte im Zuge der B 169 (zum Beispiel die Ortsumgehung Senftenberg) nach diesem Muster nachzurüsten.

Auswahl

Jahr
Rubrik