Planung & Bau

Ablauf einer Radwegebaumaßnahme

Ähnlich einer Straßenneubaumaßnahme sind folgende Planungsschritte zur Realisierung eines straßenbegleitenden Radweges erforderlich:

  • 1. Vorplanung
  • 2. Entwurfsplanung
  • 3. Genehmigungsphase
  • 4. Ausführungsplanung
  • 5. Vorbereitung und Durchführung der Vergabe der Bauleistungen
  • 6. Baudurchführung

Stark vereinfacht ergibt sich folgender Ablauf:

In der Vorplanung werden die verkehrlichen, naturräumlichen, geologischen und sonstigen Gegebenheiten aufgenommen und die zukünftige Lage des Radweges mit den möglichst geringsten Planungswiderständen gesucht. Hierzu sind in Einzellfällen Machbarkeitsstudien für die Lösung verkehrlicher oder baulicher Probleme und Fachgutachten zum Artenschutz sowie ggf. zur FFH-Verträglichkeit zu erstellen. Grundlage beider letztgenannten Gutachten sind in der Regel Kartierungen und Beobachtungen betroffener Arten und Populationen, die nur zu bestimmten Jahreszeiträumen möglich sind. Der Umfang und die rechtlichen Forderungen nach diesen Fachgutachten nimmt immer weiter zu und hat für die Planung von Radwegen bereits das Niveau der Planung von Ortsumgehungen erreicht.

In der nachfolgenden Entwurfsplanung wird die technische Planung der Verkehrsanlage erstellt und die entstehenden Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und der notwendige Grunderwerb ermittelt. Dabei müssen auch Flächen für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen gesichert werden, was in zunehmendem Maße schwieriger wird, da sowohl die Verfügbarkeit fachlich geeigneter Flächen als auch die Bereitschaft der Grundeigentümer zur Bereitstellung sinkt. Bei der Planung des straßenbegleitenden Radweges erfolgt in der Regel auch ein Eingriff in den Straßenraum, da Ortseingangslösungen und Querungshilfen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit geplant und abgestimmt werden müssen. Des Weiteren werden in dieser Phase die zu erwartenden Kosten berechnet.

Nach Vorlage der Entwurfsunterlagen muss entschieden werden, ob ein Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts durchgeführt werden muss. In der Genehmigungsphase müssen die Eingriffe in die Rechte aller Betroffenen (u.a. Grundeigentümer, Leitungsträger, Natur) ermittelt und möglichst einvernehmlich geklärt werden. Ist dies nicht bilateral möglich, muss ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Es ist hierfür von einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren aus zu gehen. Bei Einvernehmen mit allen Betroffenen kann in Ermessen des Baulastträgers auf ein Planfeststellungsverfahren verzichtet werden.

In der nachfolgenden Ausführungsplanung wird der technische Entwurf bis zur Baureife detailliert. Auch hier hat sich das Niveau der Unterlagen in den letzten Jahren sehr stark erhöht und ist mit den Unterlagen zum Bau von Straßen vergleichbar.

Daran schließt sich die Vorbereitung und Durchführung der Vergabe der Bauleistungen an. Mit bzw. nach der Baudurchführung müssen neben den Bauleistungen am Verkehrsweg und ggf. der Bundes- oder Landesstraße auch die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Eingriffe in den Natur- und Landschaftsraum realisiert werden.

Die vorbeschriebenen umfangreichen Tätigkeiten und Verfahren bedingen in vielen Fällen leider Verzögerungen bei der Gewährleistung eines optimalen Zeitablaufes und führen dazu,  dass die Umsetzung im geplanten Bauzeitraum nicht für alle Maßnahmen erfolgen kann.

Aktuelle Planungsanforderungen

  • Die Praxis zeigt, dass die Planungsprozesse von Radwegebaumaßnahmen ähnlich komplex wie Neu- oder Ausbaumaßnahmen von Straßen sind.
  • Die Durchführung von Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung führt durchschnittlich zu Planungszeiträumen von 5 Jahren.
  • Während des Planungsprozesses sind fortwährende Abstimmungen mit allen Beteiligten erforderlich.
  • Trotz Abstimmungen gestalten sich die Grunderwerbsverhandlungen zur Erlangung des Baurechts schwierig.
  • Bei zwei von drei Radwegebaumaßnahmen ist ein Planfeststellungs- bzw. Plangenehmigungsverfahren erforderlich.
  • In den nächsten Jahren ist von einem gravierenden Rückgang der Haushaltsmittel auszugehen.

Empfohlene Bauweisen im Landesbetrieb Straßenwesen

  • In den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen von 2001 (RStO 01) sind empfohlene Bauweisen für Radwege in Asphalt-, Beton-, Betonpflaster und Plattenbauweisen enthalten.
  • RStO 01 sieht für Asphaltbefestigungen von Radwegen eine 8 bis 10 cm dicke Tragdeckschicht vor. 
  • Zur besseren Befahrbarkeit (geringerer Rollwiderstand) wird im LS ein zweischichtiger Asphaltoberbau bevorzugt.
  • Der Einsatz von Recyclingmaterialien in Schottertragschichten ist möglich. Ein entsprechender Nachweis der Verwendbarkeit zum Radwegebau muss aber vorliegen.

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