Streuguteinsatz

Voraussetzung für einen effektiven Winterdienst bilden – neben der Ausstattung der Straßen- und Autobahnmeistereien mit entsprechendem Personal und zuverlässiger Fahrzeug- und Gerätetechnik – das Vorhandensein geeigneter Streustoffe und deren gezielte Anwendung.

Die Anwendung der FS 30-Technologie, bei der eine Mischung aus 70 % Trockensalz und 30 % Salzlösung ausgebracht werden, stellt seit nunmehr mehreren Jahrzehnten den anerkannten Stand der Technik dar. Das eingesetzte Streusalz ist Natriumchlorid (NaCl).

Wie die Ergebnisse der Untersuchungen in den letzten Jahren zeigen, ist der Feuchtsalzeinsatz FS 30 auch unter Berücksichtigung aller Belange der Umwelt und der Energieeffizienz weiter zu verantworten. Dieses wird auch durch entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Streusalz ist der beste aller bekannten „schlechten“ Streustoffe.

Neben der wissenschaftlichen Untersuchung von Feuchtsalz-Streutechnologien mit höheren Salzlösungsanteilen (FS 50, FS 70) ist in den letzten Jahren auch die FS 100-Streutechnologie, bei der reine Salzsole ausgebracht wird, fundiert untersucht und bewertet worden.

Gegenüber angefeuchtetem Trockensalz, bei dem ein hoher Anteil der Salzkörner nicht in Lösung geht und durch äußere Einflüsse (z. B. Fahrtwind) von der Strecke verweht wird, kann mit reiner Salzsole eine wesentlich längere Liegedauer erreicht werden. Hierdurch ist die Solestreuung auch und gerade als Präventivstreuung geeignet. Selbst nach längeren Dauern ist immer noch eine deutliche Restmenge der Sole mit entsprechender Tauwirkung auf der Fahrbahn nachweisbar. Der wirtschaftlichere und gleichzeitig umweltschonende Umgang mit Streumitteln wird somit durch eine erhöhte Tauleistung bei zugleich schnellerer Reaktionszeit ergänzt. Aufgrund des hohen Wasseranteils der Sole ist der Einsatz der FS 100-Technologie je-doch auf den Temperaturbereich oberhalb von ca. - 6 °C, bei nur geringen zu erwartenden Niederschlagsmengen (z. B. bei überfrierendem Raureif) und Ausschluss von Temperaturstürzen begrenzt.

Die Brandenburgische Straßenbauverwaltung hat durch den konsequenten Einsatz der Feuchtsalztechnologie FS 30 den Streusalzverbrauch von ehemals mehr als 60 g/m² auf jetzt 5 - 15 g/m² je Streueinsatz gesenkt. Der Verbrauch kann durch den gezielten Einsatz der FS 100-Technologie noch weiter reduziert werden. Dabei wird die Streumenge des Streusalzes entsprechend der erforderlichen Tauleistung, der Fahrbahntemperatur und der Streutechnik entsprechend dosiert.