Wiedervernetzung

Die bestehende Verkehrsinfrastruktur und die steigende Verkehrsdichte zerschneiden traditionelle Wanderkorridore von Tieren.

Im Jahr 2005 wurde in Brandenburg an der A 11 Schorfheide-Chorin die erste Grünbrücke gebaut, die die fast 70 Jahre lang getrennten Habitate wieder miteinander verknüpft.

Die Querungshilfen sind nach nutzbarer Breite gemäß M AQ 12/2018 (Entwurf) wie folgt definiert:

  • GB  - Grünbrücke - nutzbare Breite ≥ 50 - 80 m
  • FB  - Faunabrücke - nutzbare Breite < 50 m
  • GU  - Grünunterführung - nutzbare Breite > 80 m
  • FU  - Fauna-/Gewässerunterführung - nutzbare Breite ≥ 2 bis ≤ 80 m

Um der Verinselung und der qualitativen Verschlechterung von Lebensräumen entgegenzuwirken, hat das Bundeskabinett im Februar 2012 das „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ als Investitionsprogramm beschlossen.

Für Brandenburg ist in dem Programm der Bau von 9 Querungshilfen –

Grünbrücken - (GB) vorgesehen.


Folgende Grünbrücken (GB) wurden bislang durch den Landesbetrieb Straßenwesen an Bundesautobahnen (A) errichtet:

  • A 9 GB bei Niemegk, km 32,851 Baujahr 2011
  • A 13 GB bei Teupitz/Tornow km 24,800 Baujahr 2011
  • A 12 GB Kersdorf bei Briesen km 39,849 Baujahr 2012
  • A 11 GB bei Melzow km 71,425 Baujahr 2014
  • A 9 GB bei Beelitz km 5,55 Baujahr 2016

An Bundestraßen (B) wurden bisher die folgenden Querungshilfen an der B101 aufgebaut:

  • B101 GB bei Lückenwalde, km 4,12, Baujahr 2012
  • B101 FB bei Wiesenhagen, km 32,92, Baujahr 2012
  • B101 GB bei Tyrow , km 22,33, Baujahr 2017

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Derzeit im Bau:

  • B168/B97 OU Cottbus

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Geplant:

  • A 2 GB bei Wenzlow (südlich)

Weitere größere Querungshilfen, wie Grün- und Faunabrücken sowie Unterführungen wurden im Zuge von Baumaßnahmen gebaut (z. B. an der A 14, , B 112) oder befinden sich in Planung (z. B. an der A 10, A 24, B 168, B 97, B 102n, B 112, B 167).

Monitoring

Für die 4 zuletzt gebauten Grünbrücken zur Wiedervernetzung wird ein Monitoring durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE), Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft, durchgeführt. Für die Dauer von 10 Jahren erfolgt eine permanente Videoüberwachung mit Infrarotkamera von Groß- und Mittelsäugern. Gleiches fand für die GB an der A 11 Schorfheide-Chorin statt.
Mittels des Monitoring wird die Funktionsfähigkeit der Grünbrücken nachgewiesen.

Das Monitoring der 3 Grünbrücken aus dem Konjunkturpaket II (A 9 GB bei Niemegk/A 13 GB bei Teupitz/Tornow und A 12 GB Kersdorf bei Briesen) erfolgt vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE).

Hier liegen vor: 

Der Auftraggeber für die Monitoring A 11 GB bei Melzow und B 101n OU Luckenwalde ist der Landesbetrieb Straßenwesen.

Und

Alle Grünbrücken werden gut von Wildtieren angenommen. Es konnten bislang Elch-, Rot-, Dam-Schwarz und Rehwild sowie Feldhase, Rotfuchs, Dachs, Waschbär, Marder, Marderhund, Wolf, Hauskatze und Nutria nachgewiesen werden. Weiterhin nutzen Kranich, Krähe, Storch, Bussard sowie verschiedene Singvögel die Bauwerke als Nahrungshabitat.

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