26.03.2021

Straßenbau 2021: 375 Millionen Euro für den Ausbau der Bundes- und Landesstraßen in allen Landesteilen

Baumaßnahmen 2021 LS
Baumaßnahmen 2021 LS

Von Ortsdurchfahrten wie in Bad Freienwalde (Märkisch Oderland), Gumtow (Prignitz) oder Bestensee (Dahme Spreewald) bis hin zum Radweg zwischen Saarmund und Langerwisch (Potsdam Mittelmark) und dem 8-streifigen Ausbau der Autobahn A 10 Südlicher Berliner Ring – all diese Straßenbauprojekte wurden im letzten Jahr vollendet. In diesem Jahr investiert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung rund 375 Mio. Euro in die Verbesserung von Bundes- und Landesstraßen, Radwegen und Brücken im Land. Das sind 33 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Deutliche  Baupreissteigerungen und die höheren Anforderungen an die Straßenausstattung erfordern zunehmend mehr Investitionsmittel für den Bau und die Erhaltung der Straßen erfordern. Gerade auch angesichts der aufwendigen und längerfristigen Planungs- und Genehmigungsverfahren sei eine verlässliche mittelfristige Finanzplanung unerlässlich.

Bilanz 2020

Im letzten Jahr flossen 405 Mio. Euro an Bundesmitteln zum Erhalt und Ausbau von Straßen in das Land Brandenburg. Davon gingen 276 Mio. Euro an Vorhaben an Bundesautobahnen und 129 Mio. Euro in Projekte an Bundesstraßen. Das größte Projekt war der Ausbau der A 10 Südlicher Berliner Ring. Hier stehen  auf dem Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Nuthetal und der Rastanlage Michendorf acht Fahrstreifen zur Verfügung. Das Land Brandenburg hatte171 Mio. Euro für die Landesstraßen zur Verfügung gestellt. Weitere 42 Mio. Euro flossen in die Förderung des kommunalen Straßenbaus.

Straßenbudget 2021: Mehr Geld für Bundes- und Landesstraßen

Im Jahr 2021 ist die Zuständigkeit für die Bundesautobahnen an die Autobahn GmbH des Bundes übergegangen. Für die Bundesstraßen stellt der Bund dem Land Brandenburg in diesem Jahr 140 Mio. Euro zur Verfügung und damit 11 Mio. Euro mehr als Im Vorjahr.

Brandenburg investiert aber auch weiter in seine Landesstraßen. Mit insgesamt 181 Mio. Euro für Planung, Bau und Unterhaltung wurde das Budget für die Landesstraßen in diesem Jahr um 10 Mio. Euro im Vergleich zum Jahr 2020 aufgestockt.

Das Gesamtbudget des Landes Brandenburg liegt damit im Jahr 2021 bei 375 Mio. Euro an Bundes- und Landesmitteln. Diese werden für die Planung, Investitionen und den Straßenbetrieb an Bundesstraßen und Landesstraßen eingesetzt.

Ausblick auf 2021: Diese Projekte gehen an den Start

In diesem Jahr sollen 113 Projekte umgesetzt werden. Darunter befinden sich 66 Maßnahmen an Bundesstraßen und 47 an Landesstraßen. Dazu gehören viele neue Vorhaben ebenso wie Projekte, die bereits in den vergangenen Jahren gestartet sind. 

Ein wichtiger Bestandteil des Straßennetzes und dessen Verfügbarkeit ist die Erhaltung beziehungsweise die Erneuerung von Bauwerken. Hier sind in diesem Jahr 16 Maßnahmen an Brücken vorgesehen.

Mehr Förderung für den kommunalen Straßenbau

Neben dem Budget von 321 Mio. Euro für Bundesfern- und Landesstraßen stehen 2021 Fördermittel in Höhe von 54 Mio. Euro für Ausbauvorhaben von den Kommunen bereit. Das sind 12 Mio. Euro mehr als im Vorjahr (2020: 42 Mio. Euro). Mit dem Geld werden verkehrswichtige Vorhaben unterstützt, beispielsweise der Bau von kommunalen Rad- und Gehwegen, Sanierungen an Kreis- und Gemeindestraßen und an Brückenbauwerken. Möglich ist auch, kommunale Kostenanteile für die Sanierung von Bahnübergängen zu übernehmen.

Sanierung und Neubau von Radwegen

Für mehr Mobilität vor dem Hintergrund des Klimaschutzes soll auch der Radverkehr vorangebracht werden. Dieses Ziel wurde im Koalitionsvertrag vereinbart und wird vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung konsequent umgesetzt. Über die verschiedenen Programme stehen 2021 insgesamt etwa 30 Mio. Euro für den Bereich Radverkehr zur Verfügung. 20 Mio. Euro sind für die Erhaltung und den Neubau von Radwegen vorgesehen. Aus dem neuen Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes sind jährlich nochmals 10 Mio. Euro vorgesehen.

Insgesamt werden in diesem Jahr 20 Vorhaben  weitergeführt, fertiggestellt oder baulich begonnen werden. Darunter befinden sich 12 Baumaßnahmen an Bundesstraßen und 8 an Landesstraßen.           

Das Land unterstützt auch die Kommunen bei der Planung und Umsetzung von Radverkehrsinfrastrukturen. So sollen Radwege über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinausgehen und zusammen mit den weiteren Ausbaumaßnahmen ein umfassendes Radwegenetz geschaffen werden. 2021 startet außerdem Überarbeitung der Mobilitäts- und der Radverkehrsstrategie. Darüber hinaus wird derzeit eine Potenzialanalyse von Radschnellverbindungen durchgeführt.

Weitere große Projekte 2021:

Brücke am Altstädtischen Bahnhof (20. Jahrestag) Brandenburg an der Havel

Im vergangenen Jahr ist der für Mai 2021 geplante Abriss der Brücke gründlich vorbereitet worden. Von dem Überbau wurden der Asphalt, Straßenbahngleise und Haltestellen entfernt, um das Bauwerk zu leichtern. Notwendig war auch die Asbestsanierung in den Stützen der Brücke. Anfang dieses Jahres ist mit der Verlegung der Spittastraße um 200 m nach Norden begonnen worden. Der Rückbau der bisherigen Streckenführung schafft Platz für den Abriss und den Neubau der Brücke. Im Mai wird die Brücke abgerissen. Dies stellt wegen der Lage über der Bundesstraße (B) 1 / B 102 und den danebenliegenden Gleisen eine besondere Herausforderung dar.

Ziel ist, so schnell wie möglich und so gründlich wie nötig die neue Brücke zu errichten, denn sie ist eine wichtige Verbindung zwischen den westlichen Stadtteilen und dem Zentrum der Stadt Brandenburg. Die Verbindung werden in den kommenden Jahren nur Fußgängerinnen und Fußgänger und diejenigen nutzen können, die mit dem Rad unterwegs sind: Der Landesbetrieb plant bis zur Inbetriebnahme des Ersatzneubaus 2025 eine behelfsmäßige Fuß- und Radwegüberführung. Start des Neubaus ist voraussichtlich Oktober 2022.

Hochstraßenbrücke Landesstraße L 40 Potsdam

Seit Februar 2020 ist das erste Teilbauwerk der Hochstraßenbrücke im Zuge der Landesstraße (L) 40 (Nuthestraße) in Potsdam abgerissen und neu gebaut worden. Im Mai kann der Verkehr von dem zweiten Teilbauwerk auf das neue geleitet werden. Danach ist geplant, das zweite Teilbauwerk abzureißen und neu zu bauen.

Die Brücke besteht aus zwei voneinander getrennten Bauwerken, die nacheinander bei laufendem Verkehr ersetzt werden. Sie überspannen die Friedrich-List-Straße, die Johannsen Straße, die S-Bahn- und Fernbahngleise der Deutschen Bahn AG sowie die Friedrich-Engels-Straße in der Landeshauptstadt. Etwa 300 m entfernt liegt die Brücke über den Neuendorfer Anger. Auch sie wurde abgerissen und das erste Teilbauwerk steht kurz vor der Fertigstellung. Die Fahrbahnen der Brückenteile werden erstmals mit Standstreifen ausgestattet sein, die Fahrzeugrückhaltesysteme werden an die neuesten Standards angepasst. Außerdem wird lärmmindernder Asphalt eingebaut.

B 97 Ortsumgehung Cottbus

Mit dem im Februar gestarteten Bau des 2. Verkehrsabschnittes der Ortsumfahrung Cottbus wird der Netzschluss des bereits fertiggestellten 1. Verkehrsabschnittes zur BAB A 15 hergestellt. Es wird ein zusammenhängender, leistungsstarker Straßenabschnitt in einer hohen Qualität ohne Ortsdurchfahren und mit ausreichenden Überholmöglichkeiten für den Verkehr geschaffen.

Die Baustrecke hat eine Länge von etwa 8,2 km und reicht vom Knotenpunkt der L 49 mit der B 168 bis zur neuen Anschlussstelle Cottbus-Ost der Autobahn A 15 südöstlich von Cottbus. Auch entsteht ein Knotenpunkt der B 97n mit der neuen Trasse der B 168n. Von dort wird die B 97n zur B 97 Richtung Guben geführt. Der Trassenkorridor B 97 und die Knotenpunktgestaltung B 97/ L 49 wurden unter der Beachtung von Brutplätzen des Seeadlers festgelegt.

Bis voraussichtlich 2025 wird die neue Kraftfahrtstraße mit Überholabschnitten und den drei Knotenpunkten gebaut. Ergänzend dazu ist die Errichtung von 12 Brücken geplant, darunter sind neben der im Bau befindlichen Faunabrücke auch weitere Durchlässe für Wildtiere. Östlich von Kahren auf der B 97n wird das Wild die neue Straße unterqueren. Vier weitere Durchlässe sind für Kleintiere und Fischotter vorgesehen. Außerdem werden Wege für den landwirtschaftlichen Verkehr gebaut. Die Baukosten liegen voraussichtlich bei etwa 57 Mio. Euro aus Bundesmitteln.

Das Brandenburgische Straßennetz besteht aus:

  • 806 km an Bundesautobahnen
  • 2.740 km an Bundesstraßen
  • 5.680 km an Landesstraßen
  • 2.082 km Radwege gesamt, davon
    • 1.000 km an Bundesstraßen und
    • 1.082 km an Landesstraßen.

Karte Bauvorhaben 2021
Liste der Baumaßnahmen

Die aktuellen Baustellen und ggf. die eingerichteten Umleitungen werden vom Landesbetrieb im Baustelleninformationssystem Brandenburg-Berlin veröffentlicht und sind im Internet abrufbar unter: http://www.ls.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.263544.de.