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Brücke Wust freigegeben: Wartezeiten am Bahnübergang entfallen

- Erschienen am 02.10.2026

Die Brücke im Zuge der Bundesstraße B 1 bei Wust ist für den Verkehr freigegeben. Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach, der Vorsitzende des Vorstands des Landesbetriebs Straßenwesen, Mike Koehler, und der Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel, Daniel Keip, eröffneten die Verbindung am Freitag, 2. Oktober 2026, um 8 Uhr. Die B 1 führt am östlichen Stadtrand nun über die Bahnstrecke. Damit entfallen die Wartezeiten an den Bahnschranken. 

Der Geh- und Radweg über die Brücke bleibt zunächst gesperrt, weil das Geländer noch nicht fertiggestellt ist. Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende nutzen weiterhin die bisherigen provisorischen Wege. Auch die Arbeiten an der angrenzenden B 1 gehen weiter. 

Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Was ist nicht alles gesagt und geschrieben worden über diese Brücke. Dass sie ein Ärgernis sei, war noch das mildeste Urteil. Zur Wahrheit gehört aber auch: Diese Brücke wäre heute noch nicht fertig, wenn das Land und der Landesbetrieb Straßenwesen nicht so gehandelt hätten, wie sie gehandelt haben: Um Sperrpausen der Bahn zu berücksichtigen, wurde dem Bau der Brücke als vorgezogene Maßnahme zugestimmt. Alle übrigen Bauleistungen durften jedoch erst auf Grundlage eines bestandskräftigen Planfeststellungsbeschlusses ausgeführt werden. Der lag damals noch nicht vor. Am Ende war die Brücke vorzeitig fertig, auch wenn sie noch nicht nutzbar war. Ich gebe zu, kein gutes Bild, aber unter den gegebenen Umständen die sachgerechte Lösung. Was zählt, ist das Ergebnis, das wir heute sehen. Die B 1 verbindet Brandenburg an der Havel mit den umliegenden Gemeinden. Viele Menschen nutzen sie täglich auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Mit der Brücke fallen die Unterbrechungen durch den Bahnverkehr weg. Das erleichtert den Alltag und macht die Fahrzeiten besser planbar. Dem Landesbetrieb Straßenwesen danke ich für seine Arbeit. Dem Bund danke ich für seinen finanziellen Beitrag.“ 

Mike Koehler, Vorsitzender des Vorstands des Landesbetriebs Straßenwesen: „Wir haben den Brückenbau bewusst vorgezogen, um die uns von der Deutschen Bahn genehmigten Sperrzeiten 2022 zu nutzen. Sonst hätten wir voraussichtlich erst 2027 oder 2028 mit dem Bau der Brücke beginnen können. Mit den nun fertiggestellten Straßenanschlüssen können wir die Brücke bereits heute für den Fahrzeugverkehr freigeben und der beschrankte Bahnübergang ist Geschichte. Damit ist ein wesentlicher Teil des Vorhabens abgeschlossen. Die Baustelle bleibt aber bestehen. Als Nächstes erneuern wir in Richtung Gollwitz den Durchlass, die Fahrbahn sowie den Geh- und Radweg.“ 

Daniel Keip, Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel: „Auf diesen Tag haben die Menschen in Wust, Gollwitz und in der ganzen Stadt seit Jahrzehnten gehofft: Das Warten an der Schranke hat ein Ende. Damit wird auch die östliche Stadtanbindung über die B 1 spürbar besser. Mein Dank gilt besonders den Anwohnerinnen und Anwohnern für Ihre Geduld und dem Bund, dem Land und allen beteiligten Gewerken für die Realisierung der Bahnüberführung. Bis zur vollständigen Fertigstellung wird uns die B 1-Baustelle noch einige Monate begleiten. Doch wenn im April 2027 zeitgleich auch die Arbeiten in der Potsdamer Straße abgeschlossen sind, wird die gesamte süd-östliche Stadtanbindung deutlich leistungsfähiger und zukunftsfest aufgestellt sein.“  

Mit der Freigabe übernimmt die Brücke die Funktion des bisherigen Bahnübergangs. Über die fertiggestellten Zufahrten führt die B 1 nun mit einem Fahrstreifen je Richtung über die Gleise. 

Haltestelle Wust, Ortsmitte wieder regulär erreichbar 

Auch die Kreuzung B 1 / Wuster Straße wird wieder freigegeben. Damit können die Busse die Haltestelle „Wust, Ortsmitte“ wieder regulär bedienen. Die provisorische Bushaltestelle entfällt. 

Weitere Arbeiten an der B 1  

Unmittelbar nach der Freigabe werden die Arbeiten in Richtung Gollwitz fortgesetzt. Dort werden ein Durchlass, die Fahrbahn sowie der Geh- und Radweg erneuert. Hinzu kommen die Anpassung des Kurvenverlaufs und die Erneuerung der Zufahrt zum Einkaufszentrum Wust. 

Der Kraftfahrzeugverkehr wird über eine Behelfsstraße parallel zur B 1 geführt. Weil diese für Gegenverkehr zu schmal ist, regelt eine Ampel die abwechselnde Durchfahrt. Wartezeiten an der Baustelle bleiben deshalb möglich. 

Das Einkaufszentrum ist während dieser Bauphase ausschließlich über die östlich gelegene Kreuzung in Richtung Gollwitz erreichbar. Wer aus Brandenburg an der Havel kommt, fährt zunächst am Einkaufszentrum vorbei bis zur folgenden Kreuzung. Auf dem Gelände des Einkaufszentrums wird ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. 

Für den Fuß- und Radverkehr führt ein separater provisorischer Weg zum Parkplatz des Einkaufszentrums. Von dort verläuft die Route über dessen Gelände parallel zur bisherigen B 1 bis zur Kreuzung in Richtung Gollwitz. Dort schließt sie wieder an den vorhandenen Geh- und Radweg an. 

Im ersten Quartal 2027 soll der dritte und letzte Bauabschnitt beginnen. Dann wird die B 1 auf dem letzten Abschnitt vor dem Knotenpunkt Wuster Straße / An der Bundesstraße unter Vollsperrung erneuert. Der Kraftfahrzeugverkehr wird über das Gelände des Einkaufszentrums geführt. Über Beginn und Verkehrsführung informiert der Landesbetrieb Straßenwesen gesondert.  

Gesamtvorhaben 

Das Gesamtvorhaben reicht vom Ortsausgang Brandenburg an der Havel bis zum Knotenpunkt Wuster Straße / An der Bundesstraße. Auf rund 1,5 Kilometern werden die Straßenführung und der Knotenpunkt umgebaut sowie der Geh- und Radweg angepasst. Zum Vorhaben gehören außerdem der Rückbau des Bahnübergangs und drei Lärmschutzwände. Zahlreiche Versorgungsleitungen mussten umverlegt werden. 

Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Die Baukosten für Brücke, Straßenbau und Lärmschutzwände belaufen sich zusammen auf rund 17,1 Millionen Euro. Davon entfallen 6,1 Millionen Euro auf die Brücke. 

Brückenbau nutzte Sperrzeiten der Bahn 

Der Bau der Brücke wurde vorgezogen, um die für 2022 genehmigten Sperrzeiten der Bahn zu nutzen. Die vorgezogenen Arbeiten am Brückenbauwerk wurden 2023 abgeschlossen. Die Vervollständigung des Bauwerks und die Abnahme der Brücke erfolgten 2024. Im selben Jahr wurde der Planfeststellungsbeschluss für das gesamte Straßenbauvorhaben erteilt. Auf dieser Grundlage entstand die detaillierte Planung der weiteren Arbeiten. Die Umsetzung der Straßenanbindung verzögerte sich zusätzlich durch die notwendige Wiederholung des Vergabeverfahrens. Die Bauarbeiten zur Straßenanbindung begannen am 29. September 2025.