Rückblick 2025, Ausblick 2026: Straßenbau in Brandenburg
- Erschienen amDer Landesbetrieb Straßenwesen blickt auf ein arbeitsintensives Jahr 2025 zurück. Trotz eingeschränkter finanzieller Spielräume in der ersten Jahreshälfte wurden zahlreiche Projekte umgesetzt oder weitergeführt. Für 2026 zeichnet sich eine Fortsetzung mit klarem Schwerpunkt auf Erhaltungsmaßnahmen und Brücken ab.
Rückblick 2025
Im Jahr 2025 wurden landesweit 75 Maßnahmen fertiggestellt, weitere 61 Bauvorhaben laufen und werden im kommenden Jahr fortgesetzt. Projektstopps gab es nicht; Prioritäten wurden eng gefasst und Bauphasen gestaffelt.
Bei den Brücken wurden alle Bauwerke turnusmäßig geprüft, ergänzend auch vertiefte Untersuchungen an Bauwerken mit spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl. Aktuell befinden sich noch 66 Brücken in der Baulast des Landesbetriebs Straßenwesen, bei denen spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl verbaut wurde. Vor vier Jahren waren es noch 81 - fünf Neubauten konnten bis Ende 2025 erneuert werden.
Auch der Radwegebau wurde vorangebracht, insbesondere zur Verbesserung von Verbindungen im ländlichen Raum. Beispiele sind neue oder sanierte Radwege entlang der Landesstraße L 861, der L 77 sowie an der B 195. Parallel wird am „Radnetz Brandenburg“ gearbeitet, einem landesweiten Zielnetz als Grundlage, um Radinfrastruktur künftig gezielter und baulastträgerübergreifend auszubauen.
Zu den größeren Projekten des Jahres zählten unter anderem die Ortsumgehung Cottbus (B 97/B 168) sowie mehrere Brückenbauvorhaben in Ost-, Süd- und Westbrandenburg. Im Westen Brandenburgs prägten vor allem mehrere Großprojekte im Zuge der B 1 das Baujahr. In Brandenburg an der Havel startete Ende September 2025 der Ersatzneubau der Brücke am Altstädtischen Bahnhof – eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte des Landes. Ebenfalls an der B 1 wurde in der Potsdamer Straße ein weiteres Brückenprojekt vorangebracht.
Teilweise konnten Maßnahmen früher als geplant abgeschlossen werden, etwa die B 5 in Wusterhausen.
Schwerpunkte und Ausblick 2026
Für 2026 wird das Landesbudget für den Straßenbau in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Mittel fließen weiterhin in Planung, Investitionen und Betrieb von Bundes- und Landesstraßen sowie in die Förderung kommunaler Straßen. Ein klarer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung von Brückenmaßnahmen. Zusätzlich stehen Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verfügung, mit denen weitere Projekte vorgezogen werden sollen. Der konkrete Einsatz wird mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung abgestimmt.
Neben der Finanzierung setzt der Landesbetrieb weiterhin auf innovative Bauverfahren. Dazu zählen ressourcenschonende Methoden wie Kaltrecycling, der Einsatz von temperaturabgesenktem Asphalt sowie serielle und modulare Bauweisen im Ingenieurbau. Pilotprojekte, etwa an der B 5 in der Prignitz, sollen belastbare Erfahrungen für künftige Maßnahmen liefern.
Ab 2026 beginnen oder laufen zahlreiche größere Bauvorhaben an. Dazu gehören unter anderem der grundhafte Ausbau der B 5 in der Ortsdurchfahrt Treplin, weitere Abschnitte an der B 109 mit Brückenarbeiten, der dritte Bauabschnitt der B 112-Ortsumgehung Frankfurt (Oder) sowie Projekte in Südbrandenburg wie der Ersatzneubau der Nuthebrücke in Jüterbog oder die Erneuerung der L 50 in Hänchen. Diese Maßnahmen sind teils bis 2028 oder 2029 angelegt und sollen die Verkehrssicherheit erhöhen sowie Städte und Gemeinden langfristig entlasten. Insgesamt setzt der Landesbetrieb Straßenwesen damit auch 2026 auf den Erhalt und die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur, mit besonderem Augenmerk auf Brücken, Verkehrssicherheit und nachhaltige Bauweisen.
